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Barrierefreiheit im Web – lästig oder lohnend?

Tatsächlich ist sie nicht nur gesetzlich relevant, sondern auch ein echter Booster für SEO und Nutzerfreundlichkeit.

Gerade Redakteur:innen können mit einfachen Mitteln viel erreichen – von Alt-Texten über klare Überschriften bis hin zu verständlicher Sprache.

Wie Accessibility und Suchmaschinenoptimierung zusammenhängen – und warum das eine ohne das andere kaum noch denkbar ist, erfährst du hier.

 

Barrierefreiheit und SEO: Zwei Seiten derselben Medaille – gerade für Redakteure

Barrierefreiheit klingt oft nach „nur was für Entwickler“. Und SEO nach „nur was für Google“. Aber beide Themen sind eng miteinander verwoben – und gerade Redakteure spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Websites zugänglich und auffindbar zu machen.

Ob TYPO3, WordPress oder andere CMS – die redaktionellen Grundlagen sind universell. Und das Beste: Was Menschen hilft, hilft oft auch den Maschinen.


Was bedeutet Barrierefreiheit eigentlich – und für wen?

Barrierefreiheit im Web bedeutet, dass alle Menschen – unabhängig von ihren körperlichen oder kognitiven Fähigkeiten – Inhalte verstehen, bedienen und nutzen können. Dazu gehören u. a.:

  • Menschen mit Sehbehinderung (z. B. Screenreader-Nutzer)
  • Menschen mit motorischen Einschränkungen (z. B. Zittern, Lähmungen)
  • Menschen mit Hörbehinderung
  • Menschen mit Lernschwierigkeiten oder geringer Lesekompetenz

Rechtlich ist das Ganze in Deutschland im Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) geregelt, das auf der EU-Richtlinie EAA basiert. Besonders betroffen sind:

  • Behörden und öffentliche Stellen (auch intern, z. B. Intranet)
  • Unternehmen mit Online-Shops oder B2C-Angeboten
  • Alle, die über ihren Webauftritt Einnahmen erzielen (direkt oder indirekt)

Ausgenommen sind nur kleinere Unternehmen (unter 10 Mitarbeitende, < 2 Mio. € Umsatz), B2B Seiten – und rein private Websites. Shops sind nicht ausgenommen, egal, was der Umsatz sagt.

 


Warum Redakteure das Rückgrat der Barrierefreiheit sind

Technische Barrierefreiheit (z. B. semantischer Code, Tastaturbedienung) liegt meist in der Hand von Entwickler:innen.
Aber redaktionelle Barrierefreiheit – und hier wird’s spannend – ist voll in der Hand der Content-Verantwortlichen.

Ein paar Beispiele:

  • Überschriften-Hierarchie: Eine klare Struktur mit nur einer H1 pro Seite, sinnvoll eingesetzten H2/H3 usw. hilft allen – Leser:innen, Screenreadern, Google.
  • Alt-Texte für Bilder: Sie machen Inhalte für blinde Menschen verständlich – und liefern Google zusätzlich semantischen Kontext.
  • Einfache Sprache: Nicht nur Menschen mit Leseschwäche profitieren – sondern auch alle, die schnell erfassen wollen, worum es geht (Mobile User, z. B.).
  • Sprechende Links: „Mehr erfahren“ ist nicht hilfreich – „Infos zur Barrierefreiheit in TYPO3 lesen“ dagegen schon.
  • Struktur statt Deko: Tabellen bitte nur für echte Tabellendaten, Listen klar und flach halten, Menüs sauber aufbauen, wichtigstes oben, weniger wichtiges auf Unterseiten.

 


Barrierefreiheit ist kein Nice-to-have – sie ist Pflicht und Chance

Falls du dich fragst, was passiert, wenn man Barrierefreiheit ignoriert:

  • Behörden können dich zur Nachbesserung zwingen
  • Es drohen Bußgelder oder im Extremfall: Abschaltung deines Shops
  • Nutzer:innen können sich bei Aufsichtsstellen beschweren

Aber es geht nicht nur um Gesetze – es geht um Menschen.

Stell dir vor:

  • Du kannst deine rechte Hand nicht benutzen – und musst plötzlich deine Website mit der linken bedienen.
  • Du hast eine Rot-Grün-Sehschwäche – und bekommst den Hinweis „Klicken Sie auf den grünen Button“.
  • Du bist gehörlos – und bekommst ein Video ohne Untertitel serviert.

Barrieren betreffen nicht nur „die anderen“ – sie betreffen irgendwann jeden. Temporär oder dauerhaft.


Und jetzt kommt SEO ins Spiel

Viele der Dinge, die wir für Barrierefreiheit tun, sind gleichzeitig extrem gut für die Suchmaschinenoptimierung. Hier einige goldene Überlappungen:

Barrierefreiheit

SEO-Vorteil

Strukturierte Überschriften

Bessere Crawlbarkeit und Keyword-Positionierung

Alt-Texte für Bilder

Bild-SEO, Kontext für Google

Klare, einfache Sprache

Verständlichkeit = niedrigere Absprungrate

Interne Verlinkung mit sprechenden Links

Besseres Ranking durch thematische Relevanz

Meta-Tags mit passenden Keywords

Snippet-Optimierung in den Suchergebnissen

Inhaltsverzeichnisse (auch in PDFs!)

Schnellere Orientierung – bessere UX

Merksatz: Was Menschen hilft, hilft auch Google.
Oder etwas technischer: Accessibility ist eine Form von UX – und UX ist ein Rankingfaktor.


TYPO3-Spezial: Was Redakteure konkret tun können

Gerade in TYPO3 bieten viele Setups (z. B. mit cs_seo) komfortable Möglichkeiten, Inhalte suchmaschinen- und barrierefreundlich zu pflegen:

  • Metadaten für Seiten, Dateien, News pflegen
  • Sprachversionen sauber anlegen – ggf. auch in einfacher Sprache als separate Sprachversion (z. B. de_easy)
  • Alternativtexte nicht vergessen – und passend zum Kontext schreiben
  • Struktur bei Überschriften einhalten – das CMS bietet alle Tools dafür
  • Listen, Tabellen und Medien mit Bedacht einsetzen
  • Videos und Audiodateien mit Untertiteln oder Alternativen versehen

Fazit: Accessibility und SEO – ein Dream-Team

Viele Redakteur:innen denken: „Barrierefreiheit? Ist das nicht technisch?“
Oder: „SEO? Macht das nicht die Agentur?“

Aber die Wahrheit ist: Der wichtigste Hebel liegt im redaktionellen Alltag.

  • Jeder sauber gesetzte Alt-Text zählt.
  • Jede einfache, klar geschriebene Seite zählt.
  • Jede barrierearme Gestaltung macht den Unterschied – für echte Menschen und für Suchmaschinen.

Wer gute Inhalte schreibt – verständlich, zugänglich und strukturiert – wird belohnt.
Nicht nur durch bessere Rankings, sondern durch dankbare Nutzer:innen, längere Verweildauer, weniger Frust – und ein gutes Gefühl.


Dein nächster Schritt als Redakteur oder Entscheider:

  • Prüfe deine Seiten auf Überschriftenstruktur und Alt-Texte
  • Ergänze fehlende Metadaten und sprechende Linktexte
  • Plane ggf. eine Version in einfacher Sprache
  • Denk an PDFs und eingebundene Medien: Sind sie zugänglich?

Und wenn du noch Unterstützung brauchst – frag nach Schulungen, Guidelines oder sprich mit uns. Barrierefreiheit ist Teamwork. Aber du bist der Schlüssel.

 

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